PC-Vernetzung

   

Ausgangssituation
Die Preinschule Oberaden verfügte über einen Raum mit insgesamt fünf gebrauchten, nicht vernetzten Personalcomputern. Der Raum wurde von der PC-Arbeitsgemeinschaft der Preinschule genutzt. Diese PC stammten aus Elternspenden und Mitteln des Schuletats und des Vereins Freunde und Förderer der Preinschule. Darüber hinaus waren vier weitere PC im Bereich der internen Schulverwaltung vorhanden, von denen zwei PC aus Landesmitteln, die anderen zwei aus Mitteln des Fördervereins angeschafft wurden.  

Ein Zugang zum Internet bestand nicht. Kein Klassenraum verfügte über einen PC und somit grundsätzlich nicht über eine zeitgemäße Informations- u. Kommunikationsmöglichkeit in Form einer Internetverbindung.

Ziel
Mit der Zielsetzung, im Rahmen des bundesweiten Projektes Schulen ans Netz und der Zusage der Telekom auf einen kostenlosen ISDN-Zugang für Schulen alle Klassenräume der Preinschule Internet- und E-Mail-fähig auszustatten, begann im Sommer 2000 das Projekt Preinschul-Netz. Kein Preinschulkind soll zu einer weiter führenden Schule entlassen werden, ohne auch schon in der Grundschulzeit Möglichkeiten zeitgemäßer Informations- und Kommunikationstechnologie erfahren zu haben.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Elterninitiative; alle notwendigen Arbeiten wurden vom Verein Freunde und Förderer der Preinschule e. V. in ständiger Zusammenarbeit mit der Schulleitung vorbereitet und ausgeführt. Bei vielen Arbeiten, die spezielles technisches Know-How und spezielle technische Ausrüstung erforderten, wurden die Eltern von der Dortmunder Hard- u. Softwarefirma jCatalog Software AG (http://www.jcatalog.com) kostenlos unterstützt, an vielen Abenden war ein Spezialist der jCatalog AG bei den Arbeiten zugegen.

Das Problem:

Normalerweise ist das Angebot der Telekom nur für private Einzelbenutzer ökonomisch interessant. Im praktischen Schulbetrieb reicht es jedoch nicht aus, dass im Ganzen nur immer ein PC mit dem Zugang zum Internet verbunden ist. Vielmehr ist es im Unterricht wichtig, dass alle Klassen der Schule parallel den Zugang nutzen können. Die technischen Voraussetzungen, die hierzu getroffen werden müssen, sind nicht trivial und erfordern fundierte und professionelle Kenntnisse aus der Netzwerktechnik und normalerweise relativ aufwendige Investitionen im Hard- und Softwarebereich.

Es war aber das Ziel, alle Klassen der Preinschule mit einem autonomen Internet- und E-Mail-Zugang auszustatten. Weiterhin sollten alle Klassen zusammen mit den Rechnern des Verwaltungsbereiches Zugriff auf ein Intranet haben.

Realisierung
Der versprochene kostenlose ISDN-Zugang wurde von der Schulleitung bei der Telekom umgehend beantragt, die Preinschule erhielt sozusagen als eine der ersten Grundschulen nach dem “Ron-Sommer-Announcement“ eine sogenannte SaN_Nr. (Schulen ans Netz)-Nummer. Der Antrag wurde seitens der Telekom sehr schnell bearbeitet und die Installation ebenso schnell durchgeführt. Damit war innerhalb kürzester Zeit die technische Grundvoraussetzung für einen Einzel-Internetzugang an der Preinschule gegeben.

Zeitgleich wurde mit dem Schulverwaltungsamt der Stadt Bergkamen der finanzielle Rahmen des Projektes abgesprochen, da u. a. die Verteilung von Landesmitteln zur PC-Hardwareausstattung auch der Grundschulen zu erfolgen hatte. Hierbei wurde vereinbart, dass die über die reine PC-Hardware hinausgehenden Kosten für Kabel und spezielle Netzwerkgeräte von der Stadt Bergkamen getragen werden und die Arbeitsleistung zur Installation dieser Komponenten in Elternarbeit und somit kostenneutral ausgeführt wird. Die Kosten für die PC-Hardwareausstattung von fünf Klassen sollten nach Fertigstellung der Netzverkabelung und -konfiguration von der Stadt Bergkamen übernommen werden, die Ausstattung weiterer fünf Klassen aus Eigenmitteln der Schule bzw. des Fördervereins. Sekretariat, Schulleitung und Besprechungsraum waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgestattet und in einem kleinen Peer-to-Peer-Netz organisiert, was ebenfalls in Elternarbeit Anfang des Jahres installiert wurde.

Zur Absprache und Genehmigung der erforderlichen baulichen Maßnahmen fand ein Ortstermin mit dem Bauamt der Stadt Bergkamen statt, bei dem sich alle Beteiligten (zugunsten unserer Kinder) sehr schnell und pragmatisch einigten. Der Plan konnte in die Tat umgesetzt werden, hierzu stellte die Stadt Bergkamen den Eltern einen detaillierten Gebäudeplan der Schule zur Verfügung. Das technische Konzept des Preinschul-Netzes wurde vom Fördervereins-Vorsitzenden Frank-Peter Sette und dem damaligen Schulpflegschafts-Vorsitzenden Hartmut Biermann erstellt.

Nachdem die für die Verkabelung notwendigen Komponenten angeschafft waren (hierbei wurden Steckfelder, Hubs und Router von der Fa. jCatalog zum Selbstkostenpreis an die Preinschule weitergeleitet), erfolgte am Samstag, 10. Juni 2000, der “erste Spatenstich“: Sieben Väter der Preinschulkinder trafen sich frühmorgens, um insgesamt 1200 m Netzwerkkabel zu verlegen. Die Maximalstrecke von einem Ende der Schule bis zum anderen betrug hierbei 225 m. Die Verlegung der Kabel erfolgte über den Dachboden der Preinschule, da so die zusätzliche Installation von Kabelkanälen auf den Schulfluren vermieden werden konnte. Von den entsprechenden Stellen auf dem Dachboden wurde durch die Decke in die darunter liegenden Klassenräume des 2. Obergeschosses gebohrt, vom Fußboden dieser Klassen wiederum in die darunter liegenden Klassenräume des Erdgeschosses. Um in die 1. Klassen des sog. Musikschultraktes zu gelangen, mussten Kabel über einen überdachten Zwischengang ohne Dachboden gezogen werden. Hierzu mussten an einer Seite des Zwischenganges sogar Dachpfannen entfernt und hinterher wieder gelegt werden. Am Abend des ersten Bautages wurden alle Helfer von der Schulleiterin mit Bratwurst und Getränken belohnt und bei einem gemütlichen Ausklang das weitere Vorgehen besprochen. Klar war, dass die Basisarbeiten nicht an einem Tag erledigt werden konnten. Somit standen noch insgesamt drei weitere Samstage auf dem Plan, bis alle Netzwerkkabel bis in die einzelnen Klassen verlegt waren. Alle Väter hielten mit Blick auf die Kinder durch, der Idealismus war groß.

Nachdem die Verlegung der Kabel abgeschlossen war, wurden an weiteren Wochenenden die notwendigen Netzwerkkomponenten wie Hubs, Steckfelder und Router installiert. Anschließend wurden die Kabel in den einzelnen Klassen von dem Netzwerktechniker der Fa. jCatalog mit den entsprechenden PC-Anschlussdosen verbunden. Diese Arbeit erfordert spezielles Wissen, spezielles Werkzeug und Erfahrung. An einem darauf folgenden Freitagabend wurden vom selben Techniker Messprüfungen durchgeführt, um die Funktionalität des gesamten Netzes zu gewährleisten. Es wurden hierbei Messprotokolle nach Industrienorm erstellt, die der Schule zur Verfügung stehen. Anschließend musste der Router konfiguriert werden.

Es handelt sich hierbei um ein Gerät, das stellvertretend für mehrere angeschlossene PC-Endgeräte die Verbindung zum Internet ermöglicht und administriert. Die Konfiguration eines Routers erfordert spezielles Wissen, was ein Fachmann der Firma K&K Networking, Unna, der Preinschule per E-Mail zur Verfügung stellte. Frank Sette, Hartmut Biermann und der Techniker von jCatalog standen vor der Aufgabe, es umzusetzen. Nach diversen Problemen war er dann – wieder an einem Freitagabend – um 22:30 Uhr frei: der Zugang zum Internet für alle Preinschulklassen.  

Nun galt es, die erforderlichen PC-Systeme in den einzelnen Klassen zu installieren.

Von der Firma jCatalog bekam die Schule zunächst erneut ein Geschenk in Form von fünf Netzwerkkarten und allen benötigten Verbindungskabeln.

Dann wurden an verschiedenen Abenden der Schulkindergarten und die Jahrgänge 1 + 2 ausgestattet, allesamt mit PC, die aus Elternspenden und Mitteln des Schuletats und des Fördervereins stammen und den derzeitigen technischen Anforderungen voll entsprechen. An dieser Stelle muss die unbürokratische und pragmatische Hilfe durch die Stadt Bergkamen genannt werden: Zeitgleich zur Ausstattung der ersten Jahrgänge erfolgte vom Schulverwaltungsamt die Ausschreibung der noch zu beschaffenden fünf restlichen Systeme. In äußerst kurzer Zeit wurden die Angebote ausgewertet und ein entsprechender Auftrag an einen Hardwarelieferanten gestellt. Innerhalb nur einer Woche waren alle noch fehlenden Computer nebst Peripherie verfügbar und wurden am Freitag, 03.11.2000, in den Jahrgängen 3 + 4 installiert. Im Rahmen der von der Telekom durchgeführten Aktion T-Cl@ss erhielt die Preinschule weitere vier leistungsfähige PC-Systeme und einen Drucker. Die Geräte wurden teilweise in den 2er-Klassen sowie im Raum der PC-AG installiert.

 

Die Ist-Situation

Presse / Fotos

Aktualisiert: 06.01.2017

Seite drucken