Zirkus Payazzo

Wer sich näher mit dem Projekt beschäftigen möchte, hier unsere Geschichte: 

 

Bei dem letzen Gastspiel des Zirkus Payazzo im September 02 in Oberaden  besuchten 3 Kinder der Fam. Frank die direkt neben dem Zirkusplatz gelegene Preinschule. Die 7-jährige Charlina wurde bei uns eingeschult.

 

Während der Gespräche mit Frau Frank machte sie mich mit der Idee der Zirkusschule bekannt. Da wir schon den Zirkus Travados kannten( eine Zirkusschule im Kreis Unna), beschloss die Lehrerkonferenz nach einer Organisationsklärung mit Herrn und Frau Frank schnell die Durchführung vom 11.-15-11-02. Am 15.,16. und 17.11. sollten die Vorstellungen um 15 Uhr mit jeweils einem Drittel der teilnehmenden Kinder stattfinden. Die veranschlagten Kosten pro Kind erschienen mit 5 Euro zuerst hoch, eine Zeltmiete für eine Woche wäre jedoch schon ohne Schulung an den Geräten und mit den Requisiten aus Erfahrung höher geworden.

 

Da zu Schulbeginn die 1. Klassenpflegschaften tagten, konnten viele Eltern von dem Vorhaben informiert werden .Auch die Eintrittspreise von 5 Euro pro Kind und 6 Euro pro Erwachsenem für die Vorstellungen wurden akzeptiert.  So vorbereitet stimmte auch die Schulpflegschaft dem Projekt zu. Nachdem auch der Schulträger sein Einverständnis gegeben hatte, sicherte sich der Zirkus den Platz zu diesem Termin.

 

In der Woche vor dem Projekt stellte uns ein befreundeter Künstler eine Vorlage für das Werbeplakat zur Verfügung, welche von den Kindern ausgemalt und im Stadtgebiet verteilt wurden. Die Eltern wurden schriftlich über die Organisation  informiert.

 

In den Klassen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, welche Rolle sie in den geplanten 3 Aufführungen übernehmen wollten .Es standen zur Auswahl: Clown, Jongleur(in), Trapezkünstler(in), Vertikalseilartist(in), Bodenakrobat(in), Feuerspucker(in), Seiltänzer(in), Taubendompteur(in), Beleuchter(in) oder Vorhanghalter(in).

 

Am Freitag, den 8.11. wurde das Zelt aufgebaut, die Gruppengrößen anhand der Meldungen( insg.180) eingeschätzt und von Fam. Frank ein Trainingsplan erstellt.

 

Am Montagmorgen wurden die Schülerinnen und Schüler in der Turnhalle mit allen Mitgliedern der Zirkusfamilie bekannt gemacht und noch unentschlossene einer Gruppe zugeteilt .Dann wanderten wir alle zum Zelt, um dort schon mal grundlegende Verhaltensregeln kennen zulernen.Die Lehrerinnen und Herr Drieschner hatten einen Klassenstundenplan vorbereitet, in den die Kinder ihre Trainingszeiten mit und ohne Hilfe eintrugen.

 

In der folgenden Woche pendelten die Zirkuskinder im Stundentakt selbständig hin und her, in der Schule gab’s einen Tages- oder Wochenplan, man aß das Brot erst nach der Probe am Trapez und übte auch im Klassenraum das Jonglieren.

 

Die Woche verlief ausgesprochen störungsfrei, alle Kinder hatten eine Aufgabe und ein Ziel. Durch die freundliche Unterweisung und die Sicherheit, die die Fam. Frank allen Mitwirkenden gab, wurden alle zu wichtige Personen. Besonders beindruckend waren die 3 ältesten Kinder der Familie, die alle ihren Platz bei der Unterweisung ihrer Mitschüler mit Verantwortung einnahmen. Gino (17) half bei den Luftnummern, Manolito(12) und Sandro(10) übten mit den Clowns.

 

Da die unterschiedlichsten Termine am Wochenende und Geschwisterkinder berücksichtigt werden mussten, wurden am Donnerstag die Einteilungen für die Vorstellungen vorgenommen Freitag gab es die Generalproben.

 

Die Höhepunkte waren natürlich die Vorstellungen. Die Verwandten strömten zum Zelt, bewaffnet mit Aufnahmegeräten und genauso aufgeregt wie die Künstler. Die Vorstellungen waren alle unterschiedlich, je nachdem welche Kinder zusammengekommen waren .Die „ richtigen“ Artisten wirkten jedes Mal mit, so dass man auch professionelle Darbietungen bekam. Da die Bilder der Vorstellungen mehr sagen als jeder Bericht bitte ich, die Fotos auf unserer Homepage zu beachten.

 

Die Nachlese in der Woche darauf brachte bei mehr als der Hälfte der Kinder den Berufswunsch Artist zutage. Im Sportunterricht war noch lange die Jonglierkiste und das Trapez gefragt. Auch die Hoola-Hoop-Reifennummer von Charlina hatte viele Nachahmer.

 

Als Kritikpunkt wurde von den Akteuren nur das Bedauern ausgesprochen, durch das Warten auf den eigenen Auftritt hinter der Bühne die anderen Darbietungen nicht gesehen zu haben.

 

Wir denken schon an die nächste Zirkuswoche, da jedes Grundschulkind dieses Erlebnis haben sollte.

 

Insgesamt fanden an den 3 Veranstaltungstagen ca. 700 Menschen den Weg in das Zirkuszelt. Viele Mütter hatten zu allen Terminen reichlich Kaffe und  Kuchen gespendet, der Verkauf fand in den Pausen statt und wurde  sehr gut angenommen. Der Erlös aus dem Verkauf, so hatte die Hauptversammlung des Fördervereins der Preinschule beschlossen, sollte für die Kinder der Zirkusfamilie sein und wurde beim großen Finale am Sonntagabend Zirkusdirektor Charlie Frank überreicht.

Im Namen der Elternschaft bedankte sich Schulpflegschaftsvorsitzender Hartmut Biermann bei Kollegium und Schulleitung für deren Engagement und Arbeit in der Schulprojektwoche. Er dankte der Familie Frank für den liebevollen Umgang mit den Kindern, die so die einmalige Möglichkeit hatten, die Magie der Manege als Hauptakteure zu erleben. 

 

Regina Kesting

 

November 2002

 

zu den Fotos der Vorbereitungen

zu den Fotos der Auftritte

Aktualisiert: 06.01.2017

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